Nachfolgend finden Sie eine Liste mit häufig gestellten Fragen, die wir Ihnen hier beantworten. Haben Sie selbst eine Frage an uns? Dann nutzen Sie das Formular am Ende der Seite und schreiben Sie uns, was Sie gerne wissen möchten.

Wie entsorge ich eine Zecke?

Am besten Sie nehmen eine saugfähiges Papierlage (z.B. Kleenex), legen Sie die Zecke in das zusammengefaltete Papier und zerdrücken Sie den Plagegeist. Bei vollgesogenen Zecken (diese sind bis zu Erbsengröße mit Blut gefüllt und finden sich vor allem bei Tieren) bitte eine dickere Papierlage nehmen und zerdrücken, danach kann die Zecke mit der WC-Spülung entsorgt werden. Vollgesogene Zecken sollten nicht mehr mit einer Zeckenzange gefasst werden, da der Zeckenkörper sich bis zum 200-fachen der ursprünglichen Größe ausgedehnt hat und leicht platzen könnte. Zur Entfernung dieser vollgesogenen Zecken eignet sich hervorragend die Greiftasche der Zeckenzange Ultra, damit können diese Zecken leicht aus der Haut herausgezogen oder auch herausgedreht werden. 

Geben Sie die Zecke in 70 %-igen Alkohol, dies ist eine sichere Methode, eine Zecke zu töten.

Eine weitere sichere Methode: Die Zecke wird verbrannt.

Oft wird diskutiert, dass eine Zecke auch lebend mit der WC-Spülung entsorgt werden kann. Allerdings sollte bedacht werden, dass man damit die Zecke nicht tötet, diese kann durchaus im feuchten Milieu des Kanals weiter leben.

Eine weitere Möglichkeit, die Sie probieren können: Legen Sie die Zecken in ein gut verschlossenes Glas, dieses stellen Sie in die Sonne, Sie werden sehen, dass die Zecken bei trockener Luft und den hohen Temperaturen im Glas nicht lange überleben werden. 

Wie lange überleben abgestreifte Zecken auf der Kleidung?

Grundsätzlich können Zecken auf Kleidungsstücken längere Zeit überleben und auch nach Stunden oder wenigen Tagen noch auf den Menschen überwandern. Hängen die Kleidungsstücke im Bad, dann ist die Wahrscheinlichkeit des Überlebens deutlich größer, Zecken lieben nämlich warme Temperaturen und eine hohe Luftfeuchtigkeit. 

Dies erklärt auch, warum Zecken durch Waschen, z.B. in der Waschmaschine, nicht getötet werden. Wenn schon das Kleidungsstück gewaschen wird, dann sollte es anschließend unbedingt noch in den Trockner gelegt werden.

Alternativ geben Sie die Kleidungsstücke nur in den Trockner, dies überleben die Zecken dann nicht.

 

Zecken fallen nicht von Bäumen, wie häufig behauptet wird!

Zumeist werden sie bis Kniehöhe von Gräsern, Büschen, an Waldrändern abgestreift. Die kleineren Entwicklungsstadien der Zecke (Larve, Nymphe) finden sich häufig in einer Höhe von 10 - 50 cm über dem Boden. Die erwachsenen Zecken klettern bis 1 m, manchmal auch bis 1,5 m hoch und lauern auf einen Wirt. Die Zecken können mehrere Stunden auf der Kleidung bleiben, bis sie an die bevorzugten Körperstellen gelangt. Helle und geschlossene Kleidung erleichtert das Erkennen von abgestreiften Zecken. Zecken sind auch in Gärten, Parkanlagen, d.h. auch in Wohngebieten aktiv. 

Sie sind von Zecke gestochen worden, obwohl Sie sich nicht in der Natur aufgehalten haben!

Dies ist grundsätzlich möglich, wenn Sie mit Haustieren (die Zecken befinden sich längere Zeit auf dem Fell des Tieres) in Kontakt kommen. Noch nicht festgesogene Zecken können auch problemlos vom Haustier auf Einrichtungsgegenstände, wie z.B. Möbel, Bett, Couch gelangen. Am besten legen Sie ein weisses Tuch auf die Lieblingsplätze der Tiere, dann lassen sich krabbelnde Zecken schnell finden.

Weshalb wird der Einstich nicht bemerkt?

Zecken sondern beim Stich entzündungshemmende und analgetisch wirkende Substanzen ab. Dies ist der Grund, weshalb der Einstich nicht bemerkt wird. Aber nach ca. 1-2 Tagen registrieren die Betroffenen einen leichten Juckreiz und eine kleine bewegliche Erhebung (ähnlich eines Pickels) auf der Haut. Jetzt beginnt der Körper mit einer Abwehrreaktion und Histaminausschüttung, die Stichstelle erscheint auch leicht gerötet. Wenn Sie diese Anzeichen rechtzeitig erkennen, können Sie eine Zecke oft noch in einem frühen Saugstadium entfernen.

Besteht die Gefahr einer Ansteckung mit FSME nur im Frühsommer?

FSME (Frühsommermeningoenzephalitis) kommt nicht nur im Frühsommer vor, die Möglichkeit einer Übertragung besteht hauptsächlich vom Frühjahr bis in den späten Herbst. Eine Infektion mit FSME ist in milden Wintern durchaus auch möglich, jedoch sehr selten.
FSME-Viren sitzen in den Speicheldrüsen, deshalb können diese Erreger bereits zu Beginn des Saugaktes (Absonderung des Speichelsekrets) übertragen werden.

Wie schnell findet die Infektion statt?

Borrelien befinden sich im Mitteldarm der Zecke, deshalb sollen nach neuesten Erkenntnissen festgesogene Zecken so schnell wie möglich entfernt werden, da eine Infektionsgefahr in den ersten 12 Stunden nach dem Zeckenstich nur gering ist. Beim Saugakt nimmt die Zecke größere Mengen an Blutflüssigkeit auf. Die Zecke maximiert die Aufnahme an nutritiv verwertbaren Substanzen dadurch, dass wieder größere Mengen an Flüssigkeit (hauptsächlich überschüssiges Wasser + Ionen) in den Wirt zurückgegeben werden. Dadurch bewahrt die Zecke ihr inneres osmotisches Gleichgewicht. Es ist nahe liegend, dass auf diese Weise die im Darm vorhandenen Bakterien in den Wirt gelangen können und zwar um so mehr, je länger der Saugakt dauert.
Eine Untersuchung an Wüstenmäusen belegt diese Theorie, unabhängig von der Entfernungstechnik wurde eine steigende Infektionsrate nur mit zunehmender Dauer des Saugaktes beobachtet. Dabei wurde ein Teil der Zecken vor der Entfernung 3 Minuten lang gequetscht, bei den gequetschten Zecken wurde kein höheres Infektionsrisiko beobachtet.

Was ist die Lyme-Krankheit?

Die Borreliose wird auch Lyme-Krankheit genannt, weil diese Infektionskrankheit erstmals in den USA in der Stadt Lyme beobachtet wurde. 

Kann man gleichzeitig an Borreliose und FSME erkranken?

Im Grunde ja, wenn man sich in Gegenden aufhält, wo FSME verbreitet ist. Bei der FSME handelt es sich um eine seltene Erkrankung (ca. 200-300 Fälle pro Jahr), die zudem regional begrenzt vor allem nur in Süddeutschland vorkommt. Wesentlich häufiger sind Co-Infektionen mit Ehrlichien (HGA-Humane granuolzytäre Anaplasmose), geschätzt ca. 10.000 Infektionen pro Jahr oder Co-Infektionen mit Rickettsien (Rickettsiose).

Wie oft muss die Zecke Blut aufnehmen?

Die Zecke (Schildzecke) muss nach dem Eistadium mindestens 3 Blutmahlzeiten aufnehmen, jeweils eine als Larve, Nymphe und als erwachsene Zecke. Nach jeder Blutmahlzeit verlässt die Zecke den Wirt, verdaut die Blutmahlzeit und entwickelt und häutet sich zum nächsten Entwicklungsstadium (Larve zur Nymphe, Nymphe zur adulten Zecke).
Vollgesogene erwachsene Weibchen verlassen den Wirt, legen bis zu 3000 Eier ab und sterben dann.
Der Lebenszyklus von Schildzecken verläuft vielfach durch lange Perioden ohne Nahrungsaufnahme, so verbringt der europäische "Gemeine Holzbock" (Ixodes Ricinus), dessen gesamte Entwicklung 2-6 Jahre dauert, bis zu 99 % seines Lebens freilebend. Alle gesogenen und ungesogenen Entwicklungsstadien sind grundsätzlich fähig zu überwintern.

Ich bin nicht sicher, ob ich an Borreliose erkrankt bin, was kann ich tun?

Grundsätzlich gilt: Bitte einen Arzt aufsuchen, Borreliose kann im Anfangsstadium sehr gut mit Antibiotika geheilt werden. Sollte der Arzt Ihnen Antibiotika verordnen, dann nehmen Sie diese bitte regelmäßig und mindestens 2-3 Wochen bzw. so lange, wie Ihr Arzt dies verordnet.                                                                             Informieren Sie sich über die Symptome der Borreliose, notieren Sie sich das Datum des Zeckenstichs und die Dauer des Stichs (Dauer vom Stich bis zur Entfernung der Zecke).  

Erstsymtome Borreliose: Fieber, Symptome ähnlich eines grippalen Infekts, Abgeschlagenheit, Augenbeteiligung, Schweißausbrüche. Ein sicherer Hinweis auf eine Borreliose ist die "Wanderröte", diese tritt in ca. 60 %-70 % der Borreliose-Erkrankungen auf.

Zeckenzange Ultra oder Zeckenzange Ultra Chirurgenstahl, welches Produkt ist besser?

Welches Produkt sich besser eignet, hängt davon ab, ob ein fester Greiferdruck notwendig ist. Der Greiferdruck bei der Kunststoffzeckenzange ist sehr gering, da beim Herausdrehen viel weniger Kraft und Druck auf die Zecke ausgeübt werden muss als dies beim Herausziehen der Fall ist.  2-3 Umdrehungen sind nötig, damit eine problemlose Entfernung gelingt, die Drehrichtung ist dabei nicht von Bedeutung.

Wer die Zecke herausziehen will (wir empfehlen jedoch das Herausdrehen von Zecken, siehe Studie der Universität Wien www.zeckenzange.eu) der muss eine Zeckenzange mit höherem Greiferdruck nehmen, die Zeckenzange Ultra Chirurgenstahl eignet sich hierzu bestens. Allerdings sollte die Zecke langsam herausgezogen werden, damit der Zeckenkörper nicht abgerissen wird.

Auch bei unruhigen Tieren empfehlen wir die Verwendung der Zeckenzange Ultra Chirurgenstahl, da ein fester Greiferdruck vorgegeben ist und die Zange auch bei etwaigen Bewegungen der Tiere fest an der Zecke haften bleibt.

Ich, 14 Jahre (w) habe immer Zecken, mein Bruder fast nie, warum?

Dies ist normal. Zecken erkennen die Opfer mittels eines Sinnesorgans ( Haller'sches Organ, sitzt an den Vorderbeinen), dieses Sinnesorgan reagiert vor allem auf Wärme bzw. Kohlendioxid und verschiedene andere chemische Verbindungen, die im Atem und Schweiß des Wirts (Mensch) vorkommen. Die Gerüche sind bei jedem Menschen verschieden. Nimmt die Zecke die Sinneseindrücke wahr, krallt sie sich bei vorbei gehenden Menschen oder Tieren fest und sucht nach einer geeigneten Einstichstelle, dies kann mehrere Stunden dauern, also bleibt oft noch genügend Zeit, eine abgestreifte Zecke zu entdecken. Übrigens, eine Zecke kann ein Opfer auf mehrere Meter Entfernung wahrnehmen. 

Soll ich nach einem Zeckenstich Antibiotika einnehmen?

Die Verordnung von Antibiotika nach jedem Zeckenstich wird allgemein nicht empfohlen, da das Risiko für eine Borreliose nach einem Zeckenstich nur zwischen 0,4 % -1,4 % eingeschätzt wird. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass 99 % der Personen umsonst behandelt werden. Wenn man bedenkt, dass die gegen Borrelien wirksamen Antibiotika (z B. Doxycyclin, Amoxicillin) über einen langen Zeitraum (mindestens 2-3 Wochen) eingenommen werden müssen, dann dürfen die Nebenwirkungen der Antibiotika nicht außer Acht gelassen werden. Zudem müssen höhere Dosen der Antibiotika als üblich eingesetzt werden.

Das persönliche Risiko steigt jedoch proportional zur Dauer des Saugaktes. In Tierversuchen konnte gezeigt werden, dass eine mit Borrelien infizierte Zecke nach 72 Stunden Saugdauer die Erreger zu 100 % auf den Wirt übertragen hat. Aber nicht jede Infektion führt dann auch zur Erkrankung. Eine Einmaldosis von 200 mg Doxycyclin konnte das Auftreten der Wanderröte sehr stark verringern, dies bedeutet jedoch nicht, das damit die Infektion bzw. die Erkrankung verhindert wird. Eine 3-tägige Behandlung mit einer antibiotischen Salbe könnte die Infektion eindämmen, ein Gel mit dem Wirkstoff Azithromycin befindet sich in der Phase der Zulassung. In Apotheken derzeit erhältlich ist eine Creme mit dem Antibiotikum Erythromycin. Jed

er sollte sich nach einem Zeckenstich über die Erstsymptome einer Borreliose informieren, denn diese Krankheit ist im Anfangsstadium gut heilbar.

Wie hoch ist das Borreliose-Risiko im Vergleich zur FSME-Erkrankung?

Wenn man 10.000.000 (10 Mio) Zeckenstiche pro Jahr in Deutschland zugrunde legt, gibt es Folgendes zu bedenken: Das Risiko, an Borreliose zu erkranken, ist ca. 500 x höher im Vergleich zu einer FSME-Erkrankung. Es werden jährlich bis zu 150.000 Neuerkrankungen "Borreliose" registriert, bei FSME sind es jährlich ca. 300 Erkrankungen. Das Borrelioserisiko nach einem Zeckenstich beträgt bis zu 1,5 %, dass FSME-Risiko ca. 0,003 %. Insbesondere bei FSME gibt es regionale Unterschiede, es gibt Bundesländer, in denen kein FSME-Risiko besteht.

Auch bei Borreliose gibt es durchaus regionale Unterschiede, in manchen Gegenden Deutschlands trägt bis zu jede 3. Zecke Borrelien in sich. Im Gegensatz zu FSME kann man jedoch überall in Deutschland an Borreliose erkranken.

 

Warum sind die Greifer bei der Zeckenzange bzw. Zeckenzange Ultra nicht schmal bzw. spitz?

Die Greifer sind leicht konisch geformt, die Greiferdruckfläche ist eher breit als schmal. Der Greiferdruck bei unseren Kunststoffzeckenzangen ist jedoch sehr gering, so dass die Zecke nicht gequetscht werden kann. Machen Sie den Test: Fassen Sie mit den Zeckenzangen ein Blatt Papier und ziehen Sie daran, die Zangen lassen sich leicht vom Papier wegziehen. Genauso ist es bei den fest in der Haut verankerten Zecken. Beim Versuch, die Zecken herauszuziehen, werden unsere Kunststoffzeckenzangen von der Zecke abgleiten, ohne dass die Zecke beschädigt wird. Es funktioniert also nur das Herausdrehen der Zecken, weil beim Drehen viel weniger Kraft und Druck auf die Zecke ausgeübt werden muss als dies beim Herausziehen der Fall ist. Die etwas breiteren Greifer verteilen den sowieso schon verminderten Druck auf die Zecke und verhindern nach unseren Erfahrungen das Abreißen der Mundwerkzeuge. Unsere Zeckenzange Chirurgenstahl besteht aus spitzen und schmalen Greifern, damit mit dem sehr festen Greiferdruck die Zecke hautnah gefasst und nicht gequetscht werden kann.

Mit der Zeckenzange Ultra Chirurgenstahl ist auch das Herausziehen der Zecken möglich (dabei möglichst langsam und nicht abrupt herausziehen).

Kann man eine Infektion mit Borrelien direkt nach dem Zeckenstich im Blut nachweisen?

Nein, es kann bis zu 6 Wochen dauern, bis mit spezifischen Bluttests überhaupt Antikörper gefunden werden. Wichtig ist es, nach einem Zeckenstich auf Frühsymptome einer Borreliose zu achten, das Datum des Zeckenstichs zu notieren und die Saugdauer zu dokumentieren. Diese Informationen sind wichtig für den behandelnden Arzt. Auch kann man die Zecke für Labortests aufbewahren oder einschicken, um festzustellen, ob die Zecke überhaupt Borrelien in sich hatte.

Ich habe eine chronische Borreliose, die trotz Antibiotikabehandlung weiter aktiv ist, was kann ich tun?

Dies ist sicher ein Problem für viele Patienten. Man unterteilt die Borreliose in 3 Stadien. Im Stadium I ist eine Borreliose mit verschiedenen und relativ gut verträglichen Antibiotika zu therapieren. Wichtig ist dabei, eine mindestens 2-3 wöchige Therapie mit der richtigen Dosierung einzuleiten, jeder Hausarzt sollte sich damit auskennen. Problematischer ist es im Stadium II und Stadium III der Erkrankung mit oft schweren Verlaufsformen. Wenn sich in diesen Stadien mit einer Antibiotikabehandlung kein Erfolg einstellt, weil dann verschiedene Antibiotika nicht mehr wirken, empfehlen wir die Therapie in einer auf Infektionskrankheiten spezialisierten Klinik. Oftmals werden dann Antibiotikainfusionen durchgeführt, mehrere Behandlungszyklen scheinen dabei Erfolg versprechender zu sein als eine Antibiotikatherapie über einen längeren Zeitraum.

Wie kann ich bei meinem Hund eine Zecke am Augenlid entfernen?

Eine am Augenlid haftende Zecke ist nicht einfach zu entfernen. Beim Herausziehen muss das Lid weit weggezogen werden, dies ist für die Tiere sehr unangenehm, auch bleiben beim Herausziehen häufig Anteile der Mundwerkzeuge in der Haut zurück. Einfacher gelingt die Entfernung, wenn die Zecke mit der Zeckenzange herausgedreht wird, da beim Drehen viel weniger Druck und Kraft auf die Zecke ausgeübt werden muss als dies beim Herausziehen der Fall ist. 

Teile des Zeckenkopfes sind in der Haut zurückgeblieben, was soll ich tun?

Grundsätzlich ist es kein Problem, wenn kleinere Teile der Mundwerkzeuge  (fälschlicherweise auch "Zeckenkopf" genannt) in der Haut zurückbleiben, diese Teile werden von alleine wieder abgestoßen. Sollte es sich um größere Teile handeln, können Sie versuchen, diese mit der Zeckenzange zu fassen und herauszudrehen, manchmal gelingt dies. Wissenschaftliche Untersuchungen beweisen, dass beim Herausziehen einer Zecke immer größere Teile in der Haut zurückbleiben als dies beim Herausdrehen der Fall ist, deshalb empfehlen wir, Zecken nur herauszudrehen. Auf die Stichstelle sollte einige Tage eine antibiotische Salbe (am besten eine Salbe mit dem Antibiotikum Azithromyin) aufgetragen werden, Ihr Apotheker oder Arzt kann Sie diesbezüglich beraten.

Gibt es regionale Unterschiede bezüglich des Borrelioserisikos?

Ja, es gibt Gegenden, wo Zecken vermehrt die krankheitserregenden Borrelien enthalten. Im Allgemeinen nimmt das Borrelioserisiko innerhalb Deutschlands zu von West nach Ost und von Nord nach Süd, wobei eine Ansteckungsgefahr überall in Deutschland besteht. Grundsätzlich ist das Risiko in der Stadt deutlich geringer als auf dem Land.

Kann man eine Zecke mit einem Messer einfach abschneiden?

Dies wird manchmal empfohlen (siehe Literaurliste www.zeckenzange.eu, Shave-Excision, Möhrle).  Wenn überhaupt, dann sollte unserer Meinung nach ein stumpfes Messer verwendet werden, damit kann die Zecke parallel zur Haut herausgezogen werden. Beim Abschneiden der Zecke mit einem scharfen Messer bleiben fast immer größere Teile der Mundwerkzeuge zurück, dies ist nicht ganz unbedenklich, weil man davon ausgehen muss, dass sich in den diesen Mundwerkzeugen durchaus Borrelien befinden könnten, die dann in der Haut einen idealen Nährboden zur Vermehrung vorfinden.

Warum soll ich eine Zecke nicht mit einer spitzen Pinzette entfernen?

Ganz einfach, weil alle weltweit durchgeführten Studien bzw. Untersuchungen zeigen, dass dies eine der schlechtesten Entfernungstechniken ist. Beim Herausziehen bleiben zumeist größere Anteile der Zecken-Mundwerkzeuge in der Haut zurück, außerdem muss beim Ziehen mehr Kraft und Druck auf die Zecke ausgeübt werden als beim Herausdrehen der Fall ist.

Ungeachtet dessen mag es dem medizinischen Fachmann gelingen, mit einer Pinzette Zecken zu entfernen, dabei ist ein spezieller Druck auf die Greifer und das langsame Herausziehen der Zecke von Bedeutung. 

Bei Tieren können an sehr sensiblen Stellen haftende Zecken (z.B. am Augenlid) unserer Meinung nach nur mit einer Zeckenzange und durch Herausdrehen entfernt werden. Es müsste ein viel zu starker und ein für das Tier nicht mehr tolerabler Zug ausgeübt werden.

Ich habe nach einem Zeckenstich hohes Fieber und Muskelschmerzen bekommen, was könnte das sein?

Zuerst: Bitte begeben Sie sich sofort in ärztliche Behandlung. Diese Symptome können durch von Zecken übertragene Krankheitsserreger hervorgerufen werden. In den meisten Fällen kann eine Erkrankung mit bleibenden Schäden durch eine Antiobiotikabehandlung verhindert werden. Achten Sie auf die sog. Wanderröte (Krankheitsauslöser sind Borrelien) aber auch auf andere Krankheitsserreger wie Rickettsien (Rickettsiose) und vor allem auch auf Ehrlichien (HGA-Humane granulozytäre Anaplasmose), die Ihre Beschwerden verursachen könnten. Bei der Ehrlichiose sind folgende Leitsymptome vorhanden: Fieber, Myalgien (Muskelschmerzen), Rigor (Muskelsteifheit), oder auch eine Thrombopenie (starke Reduzierung der Thrombozyten) und Leukozytopenie (Verminderung der Leukozyten), dies kann Ihr Arzt leicht im Blutbild feststellen. Die durch die verminderten Thrombozyten verursachte schlechte Butgerinnung kann starke Blutungen zur Folge haben (Nasenbluten, Einblutungen in die Haut, Blutungen in den inneren Organen, usw.).

Fazit: Bei etwaigen Beschwerden nach einem Zeckenstich unbedingt einen Arzt konsultieren!

Welche Zeckenarten gibt es in Deutschland?

Weltweit gibt es ca. 850 Zeckenarten (Schildzecken und Lederzecken).

In Deutschland und Europa sticht den Menschen hauptsächlich nur der "Gemeine Holzbock" oder Ixodes ricinus, (Schildzecke, Ixodes = festgeklebt, ricinus = Rizinussamen). In der Tat erreicht das Zeckenweibchen nach 10-14 tägiger Saugdauer die Größe eines Rizinussamens, dabei kann sich der Zeckenkörper bis auf das 200-fache  des ursprünglichen Körpergewichts ausdehnen. In 80 % der Fälle wird der Mensch von einer Zeckennymphe gestochen. Da die Nymphe sehr klein ist (nur ca. 1-1,2 mm im ungesogenen Zustand) wird ein Zeckenstich in 50 % der Fälle nicht bemerkt, umso mehr ist Vorsicht geboten. 

Weitere Zeckenarten in Deutschland:

Die sog. Buntzecken, nämlich die Schafszecke (Dermacentor marginatus) und die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus). Die Auwaldzecke ist deutlich größer als Ixodes ricinus und breitet sich langsam von Ostdeutschland Richtung Westen aus. Beide Zecken vertragen im Gegensatz zu Ixodes ricinus Trockenheit und bevorzugen Sommerwärme. Die Auwaldzecke ist Überträger von Babesien, vor allem bei Hunden ist die sog. Hundemalaria nicht ungefährlich. Auf den Menschen können die als Krankheitsserreger nur wenig bekannten Rickettsien (Rickettsiose) übertragen werden. Beide Zecken stechen den Menschen zwar selten, durch Inhalation von Kotstaub (im Streichelzoo oder an Wanderwegen) entlang einer Schafbeweidung können jedoch sehr leicht die Erreger des Q-Fiebers übertragen werden. Von Förstern und Jägern wird berichtet, dass sich die Auwaldzecke aktiv auf den Wirt zu bewegen kann, eine Besonderheit, die man von Zecken der Gattung Ixodes nicht kennt.

Die Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus): wird aus südlichen Ländern eingeschleppt und hält sich vor allem in geschlossenen Räumen auf ( z.B. Tierheimen), ist Überträger von Babesien ( Hundemalaria). 

Taubenzecke (Argas reflexus): Vor allem in alten, verlassenen Gebäuden zu finden, kann sehr lange hungern (bis zu 10 Jahren). Im Gegensatz zu Ixodes Zecken sticht und saugt die Taubenzecke nur kurze Zeit (nur ca. 2 Stunden), dafür jedoch mehrmals. Diese Zecke versteckt sich in Ritzen, bewegt sich dann aktiv auf den Wirt zu, um dann nach kurzer Saugdauer sich wieder in ihr Versteck zurückzuziehen. Die Taubenzecke überträgt keine Krankheitsserreger, dafür kann der Zeckenstich jedoch sehr schmerzhaft sein, auch sind heftige Hautreaktionen nach einem Stich in der Literatur beschrieben worden. Bei der Taubenzecke handelt es sich um eine Lederzecke.

Igelzecke (Ixodes hexagonus):  Diese Zecke versteckt sich in den Bauten (Höhlen) ihrer Wirtstiere, kann Borrelien und FSME-Virus übertragen, sticht den Menschen jedoch nur selten.

Fazit: Fast nur Ixodes ricinus sticht den Menschen. Es ist also sehr wichtig, sich mit den Gewohnheiten und dem Lebensraum dieser Zeckenart vertraut zu machen!

Was ist der Unterschied zwischen einer Schildzecke und Lederzecke?

Ganz einfach: Die Schildzecken haben auf dem Rücken ein starres Schild (Scutum), das sich bei der Blutaufnahme nicht ausdehnt. Das Zeckenmännchen trägt das Schild über den ganzen Rücken, beim Zeckenweibchen ist der Rücken im ungesogenen Zustand nur ca. zur Hälfte mit dem Schild bedeckt. Das Scutum ist dunkelbraun. Die andere Hälfte des Zeckenkörpers ist mit einer dehnbaren Haut (Alloscutum) ausgestattet, das Alloscutum kann sich bis auf das 200-fache ausdehnen. Das Alloscutum hat eine rötliche Färbung.

Bei den Lederzecken ist der ganze Rücken mit einer lederartigen Haut überzogen, bei der in Europa heimischen Taubenzecke handelt es sich um eine Lederzecke.

Weltweit gibt es ca. 850 Zeckenarten (hauptsächlich Schildzecken), nur bei ca. 200 Zeckenarten handelt es sich um Lederzecken.

Kann ich erkennen, wie lange eine Zecke bereits Blut gesaugt hat.

Man kann am Verhältnis Alloscutum/Scutum (dehnbarer Rückenleib/Schild), das bei Ixodes Zecken ungefähr 1÷1 beträgt, sehen, wie viel Blut und  wie lange eine Zecke bereits gesaugt hat. Bei längerer Saugdauer kann sich das Alloscutum auf bis das 200-fache ausdehnen, schon nach 1-2 Tagen Saugdauer ist das Verhältnis deutlich größer 1 und somit ist die Gefahr einer Krankheitsserregerübertrager größer. Das starre Rückenschild verändert bei der Blutaufname seine Größe nicht.

Wie lange können Zecken in der Wohnung überleben?

Bei normaler Luftfeuchtigkeit in den Wohnungen können Zecken der Gattung Ixodes, die noch kein Blut  gesaugt haben, noch 1-2 Tage überleben. Die bei uns heimische Zeckenart Ixodes ricinus (Gemeiner Holzbock) benötigt zum Überleben eine hohe Luftfeuchtigkeit, in den Wohnungen ist die Luft im Allgemeinen zu trocken. Bessere Überlebenschancen über mehrere Tage haben die Zecken im Bad oder Räumen mit hoher Luftfeuchtigkeit. 

Bin ich nach einer Erkankung immun gegen FSME und Borreliose?

Sie müssen unterscheiden zwischen FSME und Borreliose.

FSME:                                                                                                                                                                                                                Bei einer Infektion mit dem FSME-Erreger (Virus) und nach einer Erkrankung sind Sie immun gegen diesen Erreger. Es ist davon auszugehen, dass jährlich bis zu 5.000 Personen mit dem Virus infiziert werden, es erkranken ca. 300 Personen pro Jahr an der FSME. Mit einer regelmäßigen Impfung können Sie sich in Risikogebieten schützen.

Borreliose:  Eine Infektion mit Borrelien führt im Gegensatz zur FSME zu keiner Immunität. Der Mensch kann zu jeder Zeit nach Kontakt mit Borrelien wieder an einer Borreliose erkranken! Laut Angaben des Robert-Koch-Instituts sind 5-35 % der Zecken mit Borrelien befallen, demzufolge sind viele Menschen, die von Zecken gestochen wurden, mit diesen Erregern infiziert. Der Mediziner Dr. Dieter Hassler hat in einem Zeckengebiet in Kraichtal bei 16,7 % der Bevölkerung Antikörper gegen Borrelien nachweisen können. Zitat Dr. Hassler: Alle seropositiv getesteten Personen wurden spätestens nach 8 Jahren klinisch symptomatisch, d.h. es traten Krankheitserscheinungen auf. http://www.dieterhassler.de/index.php?id=165

Vieles deutet darauf hin, dass es bei der Borrelisoe keine Spontanheilungen gibt.

Hilft eine Dusche, um lästige Zecken auf der Haut loszuwerden?

Grundsätzlich ja, solange die Zecken noch auf der Haut umher krabbeln um eine geeignete Stichstelle zu suchen. Es kann oft Stunden dauern, bis die Zecken ein weiches, gut durchblutetes Hautareal gefunden haben.

Auf jeden Fall muss auch nach dem Duschen der Körper noch auf Zecken abgesucht werden. Denn, wenn die Zecke bereits zugestochen und sich in der Haut verankert hat, hilft das Abduschen nicht mehr.

Soll ich eine Zecke auf Erreger untersuchen lassen?

Es gibt einige Schnelltests zur Untersuchung von Zecken auf erregerhaltiges Material, auch könnte die Zecke in ein Labor geschickt werden.

Wie das Robert-Koch-Institut mitteilt, wird eine Untersuchung von Zecken auf Infektionserreger wie Borrelien oder FSME-Viren nicht als sinnvoll angesehen, da auch ein positiver Nachweis von Borrelien bzw. FSME-Viren in der Zecke  keine Schlüsse zulässt, dass es zu einer Infektion der betroffenen Person gekommen ist. Demzufolge können auch keine weiteren Behandlungsempfehlungen erfolgen. Auch sind die Nachweisempfindlichkeiten der Tests unterschiedlich, so dass bei einem negativen Untersuchungsergebnis nicht ausgeschlossen werden kann, dass es dennoch zu einer Infektion mit Borrelien oder FSME-Viren oder auch anderen Erregern gekommen ist.

Wenn die Zecke bereits 1-2 Tage festgesogen war, ist davon auszugehen, dass Sie infiziert wurden, wenn in der Zecke Erreger gefunden worden wäre. Bei langer Saugdauer (länger als 12 Stunde) ist unserer nach eine Laboruntersuchung der Zecke auf Borrelien durchaus sinnvoll. Auf jeden Fall empfehlen wir, eine Azithromycin Creme auf die Stichstelle aufzutragen. Wir führen aktuell eine Studie mit einem Labor in Burgwedel durch (Zecklab, Dr. Gabriele Liebisch). 

Wie alt sind Zecken?

Bereits vor 350 Millionen Jahren gab es bereits Zecken. In Bernstein eingeschlossen wurden 100 Millionen alte Zecken gefunden. Auf jeden Fall dürften sie bereits das Blut der Dinosaurier angezapft haben. Sie sind also uralt und haben die Fähigkeit erlernt, sich an klimatische und territoriale Gegebenheiten anzupassen. Sie sind ein Wunderwerk der Natur, stechen zu, ohne dass wir es merken, indem sie betäubende Stoffe in die Haut abgeben. Sie verankern sich gegen Zug mit Widerhaken in Haut, die quasi einzementiert werden (deshalb ist es auch besser, sie aus der Haut herauszudrehen, das Drehen bewirkt einen seitlichen Zug). Es gibt auch Zecken, die ihr ganzes Leben auf einem Wirt verbringen, d.h. Larve, Nymphe und erwachsene Zecke saugen an nur einem Wirt. Es gibt Zecken die sich aktiv auf den Wirt zubewegen (Auwaldzecke) und Zecken, die haupsächlich nur bestimmte Tiere befallen (Schafszecke, Taubenzecke, Braune Hundezecke). 

Ich habe mich impfen lassen, bin ich jetzt geschützt?

Sie haben nur einen Schutz gegen die seltene FSME-Erkrankung (Viruserkrankung ca. 300 Fälle pro Jahr). Sie bleiben ungeschützt gegen alle weiteren Erreger, die von Zecken übertragen werden, z.B. Borrelien, Ehrlichien, Rickettsien und einige andere Erreger. Jährlich werden in Deutschland bis zu 150.000 Neuerkrankungen mit diesen Erregern gezählt.

Prozentual ausgedrückt: Trotz Impfung sind Sie zu 99,8 % ungeschützt, also Vorsicht walten lassen und alle Vorsichtsmaßnahmen nach einem Zeckenstich ergreifen.


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